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Sachsens öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD) umfassend digitalisiert

verfasst am 24.04.2026

Das Digitalisierungs-Förderprojekt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst ist in Sachsen erfolgreich umgesetzt worden. Der Freistaat gehört damit zu den ersten Bundesländern, die über eine einheitliche Softwarelösung für alle Gesundheitsämter verfügen. Damit ist Sachsens ÖGD nicht nur im Tagesgeschäft, sondern auch für Krisenfälle besser gewappnet.

Das Projekt ist Teil des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans, der durch ein Programm der Europäischen Kommission finanziert wird (NextGeneration EU). Mit diesen Mitteln setzte das Sozialministerium in enger Abstimmung mit den sächsischen Gesundheitsämtern der Landkreise und Kreisfreien Städte die umfassende Digitalisierung des ÖGD um. Es wurden eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet, Prozesse harmonisiert und eine moderne Fachanwendung für alle 13 sächsischen Gesundheitsämter entwickelt.

Konkret bedeutet dies, dass sowohl ein zukunftsfähiges Fachverfahren – also eine moderne Fachsoftware für die Gesundheitsämter mit allen notwendigen Tools und Schnittstellen – etabliert wird, aber auch einzelne Digitalisierungsmaßnahmen in den Gesundheitsämtern ermöglicht werden. Damit wird u.a. sichergestellt, dass Daten einheitlich und sicher erfasst und somit behördenübergreifend zugänglich gemacht werden. Dies erleichtert auch die Inanspruchnahme von Leistungen der Gesundheitsämter durch Bürger oder Unternehmen.

Als erstes Gesundheitsamt ist Görlitz bereits online gegangen und es werden erste Erfahrungen mit der neuen Software im Echtzeitbetrieb gesammelt. In den übrigen zwölf Gesundheitsämtern laufen die Vorbereitungen und sie werden kontinuierlich ebenfalls in den Echtzeitbetrieb der Software starten.

Die Ergebnisse des Projektes wurden den anderen Bundesländern auf Veranstaltungen, wie z. B. den Kongressen der Bundesvereinigung der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes vorgestellt.

Weitere Informationen

Zu Beginn der Corona-Pandemie verständigten sich Bund und Länder im Jahr 2020 auf den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (Pakt für den ÖGD). Der Bund stellt dafür bis zum 31. Dezember 2026 insgesamt 4 Milliarden Euro bereit. Die Mittel wurden u.a. für die Schaffung von zusätzlichem Personal in den Gesundheitsämtern und für die Digitalisierung des ÖGD bereitgestellt. Im Bereich der Digitalisierung gab es drei Förderaufrufe des Bundes, an denen sich Sachsen jeweils mit einer länderkoordinierten Fördermaßnahme beteiligt hat.

Diese gemeinsame Vorgehensweise hat neben dem Bundesland Baden-Württemberg nur noch Sachsen durchgeführt.

In den vergangenen 17 Monaten wurden mit der Firma easy-soft GmbH Dresden, der Deutschen Telekom und den Gesundheitsämtern 7 Fachmodule neu entwickelt. Grundlage dafür waren die zuvor erarbeitete Digitalisierungsstrategie und 53 harmonisierten Soll-Prozesse, d. h. die Vereinheitlichung aller wichtigen Arbeitsprozesse in den Gesundheitsämtern. Das Sozialministerium wurde bei der Umsetzung zudem von einem interdisziplinäres Expertenteam der msg systems ag beraten und unterstützt.

Ziel der Digitalisierung war es, den Gesundheitsämtern eine dem Stand der Technik entsprechende, moderne einheitliche und zentral gehostete Fachanwendung zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören end-to-end digitalisierte Prozesse und ein medienbruchfreier Datenaustausch sowohl zwischen den Gesundheitsämtern als auch mit den Behörden des Bundes, zum Beispiel dem Robert Koch-Institut (RKI).